Im Jahr 2003
erfüllte sich ein lange gehegter Wunsch der Deutsch-Japanischen Gesellschaft
Bielefeld. Ihr ist es gelungen, mit dem Japanischen Garten ein reizvolles
Ausflugsziel und eine attraktive Begegnungsstätte für Bielefeld und Ostwestfalen
zu schaffen.
In
Kooperation mit den von Bodelschwingh’schen Anstalten Bethel als
Grundstückseigentümerin und der Deutsch-Japanischen Gesellschaft als Bauherrin
entstand ein Trockenlandschaftsgarten "KARE-SAN-SUI“ vor dem Tagungszentrum
Lindenhof. Schirmherrschaft für dieses internationale Projekt übernahmen der
japanische Kronprinz SKH Naruhito und der damalige Bundespräsident Dr.
Johannes Rau. Im Herbst 2003 wurde der Garten anlässlich des 10.
Besuchsjubiläums des japanischen Kaiserpaares eingeweiht und ist diesem
gewidmet.
Die Anlage
wurde in Anlehnung an die Regeln der Zen-Gärten entwickelt und ist im Stil der
frühen Edo-Zeit (1. Hälfte des 17. Jh.) geschaffen. 40 Tonnen Fels, 30 Tonnen
Kies, 120 Gehölze und zahlreiche Stauden fanden auf der 750 m2 großen
Fläche ihren neuen
Standort.
Schönheit
für das Auge
„Japanische
Gärten sind idealisierte Landschaftsdarstellungen. Man wandelt nicht durch den
Garten, man betrachtet ihn mit den Augen", sagt der Planer des Japanischen
Gartens Bielefeld, Garten- und Landschaftsarchitekt Hartmut R. Raible. „Diese
abstrahierten Landschaftsbilder, meist Küsten- oder Gebirgslandschaften, sind
immer als Gesamtkunstwerke zu verstehen. Es handelt sich dabei nicht um eine
Aneinanderreihung von einzelnen Elementen, sondern um die harmonische und in
Proportionen ausgewogene, selten auch spirituelle Beziehung der Elemente
zueinander. Der asymmetrische Rhythmus der Farben und Formen erzeugt diese
Spannung. Pflanzen und Steine gehen dabei eine emotionale und
formale
Symbiose ein.
Die
Gartenmauer dient dem Garten als Rahmen des Gesamtbildes. Sie neutralisiert die
Umgebungsstrukturen und wehrt unerwünschte äußere Einflüsse ab. Das
Garten-Portal und die Mauerfenster ermöglichen dennoch gezielte Einblicke und
das Gefühl von Offenheit und Transparenz.
Besondere
Jahreszeiten – willkommene Anlässe zu Gartenfesten – werden das Frühjahr, hier
versprechen blühende Kirschen und Azaleen zu verzaubern, und der Herbst sein.
Die herbstliche Blattfärbung von japanischen Ahornen und Kirschen – bronzefarben
bis feurig rot – soll zahlreiche Besucher erfreuen. Ich möchte Mut machen,
Japanische Gärten als immer wieder neu
zu
interpretierende Landschaftsbilder zu sehen. Leider werden viel
zu oft vermeintlich mystische und
spirituelle Gehalte in die Gärten
hinein
interpretiert. Auch in Japan fasziniert, neben wenigen symbolhaften
Gestaltungsformen – insbesondere in buddhistischen Klöstern – immer die
Ausstrahlung des gesamten Gartenbildes. Ich würde mich freuen, wenn Besucher den
Garten im Sinne eines abstrahierten Landschaftsbildes erleben können."
Stätte
der Begegnung
Der Garten
der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Bielefeld hilft, Beziehungen zwischen
Ostwestfalen und Japan zu intensivieren. Die Menschen und ihre Region
Ostwestfalen begeistern das japanische Kaiserpaar 1993 viele japanische
Delegationen. Der Japanische Garten dient als sichtbare Verbindung zwischen
deutscher uns japanischer Kultur.
Spezielles Ambiente
Der
Japanische Garten bietet eine reizvolle Kulisse für Hochzeitsfotos,
Teezeremonien, RP-Events und Raum für besondere Inszenierungen – weitab vom
Gewöhnlichen.